Ziele der Initiative

Wofür wir uns einsetzen – aus der Gründungserklärung vom 19. Juni 2015.

Wir setzen uns für ein öffentlich sichtbares, würdiges Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewalt in Rosenheim und Umgebung ein, gemeinsam mit deren Angehörigen und Opfergruppen. Wir sind ein partei- und konfessionsübergreifender Zusammenschluss; die Mitarbeit steht allen offen, die sich mit uns für dieses Ziel engagieren wollen.

Gedenken in Rosenheim

Auch in Stadt und Landkreis Rosenheim sind viele Menschen den Naziverbrechen zum Opfer gefallen. Bei der Gründung der Initiative suchte man siebzig Jahre nach Kriegsende im Stadtbild vergebens nach sichtbaren Zeichen der Erinnerung. Immerhin gab es in der Stadtpfarrkirche St. Nikolaus ein Fenster und eine kleine Gedenktafel für Elisabeth Block, ein jüdisches Mädchen aus Niedernburg bei Prutting, die 1942 mit ihrer Familie deportiert und ermordet wurde. Ihre Tagebücher wurden gerettet und in den 1990er Jahren veröffentlicht; die Originale wurden 2012 von Angehörigen dem Stadtarchiv übergeben. Auch diese Verwandten wünschen sich ein öffentliches Gedenken in Rosenheim – und sie sind nicht die einzigen.

„Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.“ — George Santayana

Es geht nicht um Schuldzuweisungen. Der KZ-Überlebende Max Mannheimer, der auch an Rosenheimer Schulen als Zeitzeuge tätig war, hat es auf den Punkt gebracht:

„Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah, aber dafür, dass es nie wieder geschieht.“ — Max Mannheimer

Was wir wollen

Stolpersteine verlegen. Niemand kann sich den Massenmord an Millionen unschuldiger Menschen wirklich vorstellen. Aber das Schicksal von Familien und Einzelpersonen, die einmal in unserer Nachbarschaft gelebt haben, ist gut nachvollziehbar. Stolpersteine bringen die Namen der Opfer an die Orte zurück, von denen sie vertrieben wurden.

Lebensgeschichten erforschen. Wer einen Stolperstein spendet – und jede und jeder kann das tun –, begibt sich auf Spurensuche und erforscht das Leben und Leiden der Verfolgten. In Städten wie Hamburg oder Berlin sind so viele Biografien entstanden, oft von Schülerinnen und Schülern, die durch ihre Recherchen Geschichtsunterricht „zum Anfassen“ erleben. Solch ein Engagement schützt vor Vergessen, Gleichgültigkeit und rechtsextremem Gedankengut. Das wünschen wir uns auch für Rosenheim.

Auch andere Zeichen setzen. Stolpersteine sind nicht die einzig mögliche Form, an die Opfer der NS-Verbrechen zu erinnern. Wir sind offen dafür, daneben auch andere Zeichen zu setzen, etwa Gedenktafeln und Denkmäler.

Elisabeth Block einen Namen geben. Ein besonderes Anliegen ist uns, dass die Schule, von der Elisabeth Block als Jüdin verwiesen wurde, ihren Namen trägt.

Erinnerung weitergeben. An Schulen leisten Zeitzeugen wichtige Arbeit, um junge Menschen für die Geschichte zu sensibilisieren. Doch die Zeit wird kommen, da es keine Zeitzeugen mehr gibt. Deshalb ist es jetzt wichtig, auch bei uns andere Formen der Vermittlung zu etablieren. Noch einmal Max Mannheimer, bei der Eröffnung des NS-Dokumentationszentrums München: „Eine gute, wichtige Sache kommt nie zu spät.“

Machen Sie mit

Machen wir uns gemeinsam stark für ein aktives und personalisiertes Gedenken an die Rosenheimer NS-Opfer. Wenn Sie mitarbeiten, eine Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen oder Hinweise zu Lebensgeschichten geben möchten, nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf.

Die vollständige Gründungserklärung vom 19. Juni 2015 steht als PDF zur Verfügung.